Orbis Linguarum Vol. 15 (2000)

H.D. Tschörtner

Berlin

Max Reinhardt spielt und inszeniert Hauptmann

Nach Otto Brahm war Max Reinhardt zweifellos der wichtigste Theatermann für den Dramatiker Gerhart Hauptmann. Der 1873 geborene berühmte österreichische Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter begegnete dem Dichter zuerst als Schau­spieler. Otto Brahm entdeckte den Einundzwanzigjährigen 1894 am Stadttheater Salzburg und engagierte ihn für sein Deutsches Theater in Berlin. Hier wirkte er bis 1902, und zwar spielte der Jüngling vorwiegend Altmännerrollen.

Die bekannteste war wohl die Titelrolle bei der Uraufführung von Gerhart Hauptmanns „Michael Kramer” am 21. Dezember 1900 im Deutschen Theater. Zuvor hatte er bereits in der ersten öffentlichen Aufführung von „Die Weber” am 25. September 1894 den Pastor Kittelhaus gespielt und in weiteren Uraufführun­gen mitgewirkt: beim „Florian Geyer” am 4. Januar 1896 als Rektor Besenmeyer, in der „Versunkenen Glocke” am 2. Dezember 1896 als Schulmeister, in „Fuhr­mann Henschel” am 5. November 1900 als Malmstein. Nach dem „Michael Kra­mer” spielte er noch in weiteren Uraufführungen: in „Der rote Hahn” am 27. No­vember 1901 den Schuhmachermeister Fielietz und zuletzt in „Der arme Heinrich” am 6. Dezember 1902 den Pater Benedikt.

Diese und andere Hauptmann-Rollen verkörperte Max Reinhardt an vielen Abenden seines Brahm-Engagements. Kein Wunder also, daß er den Dichter verehrte und sich von ihm ein Foto mit Widmung erbat. Sein Dankesbrief ist der erste in der Korrespondenz beider, die im Briefnachlaß Hauptmann (Handschrif­ten­abteilung der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu Berlin)[1] archiviert wird. Er stammt vom 4. Januar 1899 und lautet:

Hochverehrter Herr Hauptmann!

Sie haben mir mit Ihrem Bilde eine unsagbare Freude gemacht. Verzeihen Sie, wenn ich erst heute ein Wort dafür finde.

Ich danke Ihnen für das wunderbare Geschenk und für die große Auszeichnung, welche es für mich bedeutet.

Daß ich das Leben, das Sie uns in Ihren Werken schenken, als Schauspieler leben kann, macht mir mein Leben und meinen Beruf schön. Ich empfinde es als höchste Glückseligkeit, wenn ich, an jenen Abenden, da wir Schauspieler berufen sind, Ihre kostbaren Geschenke den Anderen zu bringen, ein Stück davon auf meinen jungen Schultern tragen darf.

In tiefer Verehrung und Liebe Ihr treu ergebener Max Reinhardt

Den späteren Dramaturgen und Regisseur Reinhardts, seinen schlesischen Lands­mann Felix Hollaender (1867-1931), kannte Gerhart Hauptmann schon länger. Seine Berichte über den Winter 1892/93 in Schreiberhau, wo er den Vorlesungen des Dichters von „Biberpelz” und „Hannele” beiwohnte, sind nicht nur wertvoll, weil auf seine Anregung der 3. Akt von „Hanneles Himmelfahrt” ausgeschieden wurde. Zum 50. und 60. Geburtstag des Freundes schrieb Hauptmann über ihn und erinnerte sich: „Anfang der neunziger Jahre wünschte Felix Hollaender mit mir das Theater zu gründen, welches er später in Gemeinschaft mit Max Reinhardt ins Leben rief. Er beschaffte im Handumdrehen die Kapitalien und wir suchten ein geeignetes Haus. Im letzten Augenblick trat ich zurück.”[2] Hollaender war auch Romancier und Stückeschreiber, im Tagebuch registrierte Hauptmann 1892 die Lektüre eines sozialen Schauspiels „Heilige Ehe”, das Hollaender mit einem Hans Land geschrieben hatte („Alles ein wenig zu knapp... Prächtige Einzelheiten. Papierblume ohne Duft”).[3]

1901 gründete Max Reinhardt mit Freunden die Kleinkunstbühne „Schall und Rauch” und spielte eine Reihe von Parodien, die auch im gleichen Jahr in einer Buchausgabe erschienen. Darunter befinden sich drei „Fassungen” von Schillers „Don Carlos” in drei zeitgenössischen Stilarten: die erste „bearbeitet von einem anderen deutschen Dichter” als Sensationsdrama, die zweite in einem Haupt­mann/­Naturalismus-Stil und die dritte von einem Ysidore Mysterlinck (Maeterlinck). „Karle. Eine Diebskomödie” hat nur wenige „Handelnde Menschen”: einen „Fuhr­herrn”, seine kranke zweite Frau (die stirbt), den Sohn Karle aus erster Ehe, der sie liebt und sich aufhängt (ein moderner junger Mann in Reinkultur), einen Knecht, der nur „Nu jaja, nu neenee” sagt, und den Abgeordneten Dr. Markwitz aus Posen (Marquis Posa). „Fuhrmann Henschel” und „Biberpelz” klingen an, es gibt Hunde­braten („Die Weber”) und Monologisches vor dem toten Sohn, so: „Die Flasche, sehnse, ist mehr als das Glas” („Michael Kramer”). Vor allem aber sind Bühnen­beschreibung und Regieanweisungen parodistisch übersteigert.[4]

Ein Jahr später wird die Spielstätte in das „Kleine Theater” umgewandelt, Max Reinhardt löst sich von Brahm und dem Deutschen Theater und erwirbt 1903 auch das „Neue Theater”. Mit seiner berühmten Inszenierung von Gorkis „Nachtasyl” erringt er den Durchbruch und begründet seinen Ruf als Regisseur. „Man spielt sehr gut im ‘Kleinen Theater’”, notierte Hauptmann am 16. 1. 1903 im Tagebuch nach dem Besuch von Hofmannsthals „Elektra” in der Regie des Hausherrn. „Festz­ustellen war verfeinerter Theatergeschmack für das Äußerliche... Frische und opti­mistisches Erfassen.”[5] Vorher war er schon von der „Nachtasyl”-Aufführung stark beeindruckt.

Für das „Neue Theater” war Felix Hollaender an Hauptmann wegen einer Auf­führung des „Florian Geyer” herangetreten und versicherte, daß Reinhardt seine Wünsche wie seine Anschauungen und Ideen über das Werk teile: „Der Boden für ein großes Drama mit Massenszenen ist nach dem Erfolg des 'Nachtasyl' mehr denn je vorbereitet.”[6] Doch Otto Brahm verweigerte die erforderliche Zustimmung, auch für die Ersatzbitte um „Hanneles Himmelfahrt” muß Hauptmann mitteilen: „Es geht wieder nicht... Brahm hat es doch fest. Er gibt es nicht.”[7] In einem län­geren Brief vom 21. 11. 1903 aus Agnetendorf an den Freund schreibt er: „Ich muß Dir sagen, daß ich es nicht zu verantworten weiß, weshalb ich das Anerbieten ab­lehnen soll. Hannele-Eysoldt ist mir bei der jetzigen Personal-Wahl die einzige in Betracht Kommende. Ich hätte eine herzliche Freude daran, das Werk wieder le­ben­dig zu sehen.”[8] Doch Otto Brahm gibt nicht nach, er will dem erfolgreichen Konkurrenten nicht entgegenkommen. Allerdings macht er Hauptmann, der noch in den Wiesenstein-Schulden steckt, ein finanzielles Zugeständnis – das Einrei­chungshonorar für neue Stücke. Peter Sprengel nennt das Brahms Antwort auf die Gefahr Reinhardt.

Ein Beleg für die Verbindung Hauptmanns mit dem Regisseur bildet ein unda­tierter Brief, nur mit der Ortsangabe Kupfergraben 7, mit dem sich Reinhardt für die Kondolenz zum Tode seines Vaters bedankt:

Lieber, sehr geehrter Herr Hauptmann,

ich danke Ihnen von Herzen für Ihre gütigen Worte, die mir angemessen wohl gethan haben... Mein Vater war mir ein lieber, lieber, stiller Freund und seine Freude über mein Thun war eine der köstlichsten Glückseligkeiten meines Lebens. Immer wieder muß ich daran denken, wie mir vor vielen Jahren, in Ihrer Stube im Grunewald, die Gewalt des Todes zum ersten Mal schmerzlich aufdämmerte, als Sie mir den letzten Akt des Michael Kramer vorlasen.

In herzlicher Liebe und Verehrung Ihr dankbarer Max Reinhardt

1905 trennte sich Reinhardt vom Kleinen Theater, verkaufte es, um das Deutsche Theater erwerben zu können. Brahm hatte es 1904 abgegeben, übernahm dafür das Lessing-Theater, wo auch die weiteren Uraufführungen von Hauptmann-Stücken stattfanden. Freilich sind sie immer weniger für seinen speziellen puristischen Stil geeignet, der weitgehend gnoseologisch, d.h. erkenntnisvermittelnd bleibt. Rein­hardts Theaterpraxis ist dagegen stark hedonistisch, erfüllt von Farbe und Licht, es will Genuß und Freude vermitteln. Dazu setzt er erstmals die Drehbühne ein, den Rundhorizont, spezielle Beleuchtungseffekte, alle theatralischen Elemente, Artistik und Dynamik. So wurde sein „Sommernachtstraum” zu einem sensationellen Triumph.

Kein Wunder, daß sich Gerhart Hauptmann immer stärker von diesem Theater­stil angezogen fühlt, der seinen neueren Stücken entgegenkommt. Auch Reinhardt setzt seine Bemühungen um den Dichter fort. Nachdem er im September 1906 in Berlin mit ihm zusammengetroffen war, besuchte er ihn am 23. Dezember gemein­sam mit Felix Hollaender auf dem Wiesenstein. Es ging bei den Gesprächen wohl weniger um die Aufführung von „Das Friedensfest” in den neuen Kammerspielen des Deutschen Theaters, deren Premiere am 7. Januar 1907 stattfand (Max Rein­hardt führte Regie und spielte den Vater Scholz), als um weitere gemeinsame Pläne.

Die Korrespondenz mit Brahm dreht sich vor allem um das shakespearenahe „Schluck und Jau”, das nach den Erstaufführungen in Berlin und Wien 1900 nicht mehr gespielt wurde. Nach der ersten Absage kämpfte Hauptmann in mehreren Briefen weiter um die Freigabe. Brahm wollte auf sein „Erstgeburtsrecht” nicht ver­zichten, die „Auferstehung dieses heiteren und schönen Werkes bei uns erle­ben, nicht beim bösen Nachbarn”.[9] Hauptmann hatte zu dieser Wiederaufnahme „nicht das geringste Vertrauen”, dem Lessing-Theater fehle auch die Drehbühne, richtete „nochmals die innige, dringende Bitte” an den Freund, „Schluck und Jau” freizugeben. „Du wirst Dich, so hoffe ich herzlich, gegen etwas nicht länger sträu­ben, was für Dich niemals ein Verlust, für mich, schon aus Gründen der Anregung, einen unschätzbar großen Gewinn bedeutet.”[10] Aber Brahm blieb hart, gab ledig­lich den „Roten Hahn” frei, zu dessen Inszenierung Hauptmann Max Reinhardt freilich nicht bewegen konnte. „Hanneles Himmelfahrt” hat er dann im September 1909 am Künstler-Theater München inszeniert, „Die Weber” im April 1910 in einer Aufführung der Schauspielschule am Deutschen Theater. Bei „Schluck und Jau” konnte er erst im März 1915 Regie führen. Daß sich die beiden Künstler menschlich näher kamen, belegt auch ein Billet vom 3. November 1908: „Sehr verehrter Herr Hauptmann, ich danke Ihnen sehr für Ihre freundliche Zusage, Frei­tag um 6 Uhr, bei mir speisen zu wollen. Ich werde mich herzlich freuen, Sie und Ihre Gemahlin in meinem Haus begrüßen zu können. Mit besten Grüßen Ihr sehr ergebener Max Reinhardt.” Eine erste größere Zusammenarbeit steht ihnen noch bevor, nachdem „Die Ratten” Anfang 1911 in Brahms Lessing-Theater unter der Regie von Emil Lessing mit mäßigem Erfolg uraufgeführt wurden.

Im April 1912 erhält Hauptmann ein Schreiben vom Breslauer Magistrat mit der Aufforderung, ein Festspiel zur Jahrhundertfeier der Befreiungskriege zu schrei­ben, wobei er als der „Größte Sohn Schlesiens” bezeichnet wird, „den jeder bei der Umschau nach einem Dichter dieses Festspiels nennt”.[11] Die Aufführung würde in der von Stadtbaumeister Max Berg neu erbauten Jahrhunderthalle mit ihrer runden aus Stahlbeton gegossenen Riesenkuppel stattfinden. Hauptmann nahm den ehren­vollen Auftrag zunächst an, trat aber zwei Monate später von seiner Zusage wegen technischer und konzeptioneller Bedenken zurück: „Die außerordentliche Größe des Festraumes muß die Wirkung durch das Wort sehr erschweren, wo nicht un­mög­lich machen. Eine Pantomime mit Schaugepränge aller Art zu erfinden, in der Musik und Massenaufzüge das Wesentlichste sein müßten, würde mich bei dem schönen Anlaß nicht befriedigen.”[12] Nachdem er sich mit Max Reinhardt beraten hatte, der die Inszenierung übernehmen sollte, stellte dieser die Bedingungen, „daß billiger Hurrapatriotismus und höfisch-byzantinische Rücksichten” nicht erwartet, daß „keiner Kommission oder behördlicher persönlichkeit... Einfluß auf die Aus­gestaltung und spätere Inszenierung des Festspiels zugestanden”[13] werden dürften. Und erst als sich die Stadt vertraglich verpflichtet hatte, das Manuskript „in der von Dr. Gerhart Hauptmann festgelegten Form”[14] anzunehmen, begann er zu schrei­ben. Die geringe Zeit bis zur Premiere wurde in diesem Jahr noch von besonderen Ereignissen beansprucht: den Feiern zum 50. Geburtstag des Dichters in Berlin, Leipzig und München, den Besuch beim todkranken Brahm, der am 28. 11. stirbt, die Trauerrede in der Urnenhalle und die Reise nach Stockholm zur Entgegen­nah­me des Nobelpreises für Literatur. Dennoch kann der Dichter Anfang des nächsten Jahres das ungewöhnliche Auftragswerk nach dem dritten Entwurf abschließen.

Entstanden war das vorwiegend in Knittelversen gehaltene, in die Form eines Puppenspiels gekleidete „Festspiel in deutschen Reimen. Zur Erinnerung an den Geist der Freiheitskriege der Jahre achtzehnhundertdreizehn, -vierzehn und ‑fünf­zehn”. Der Dichter der „Weber” und des „Florian Geyer” glorifizierte in seinem Spiel nicht wie wohl offiziell erwartet die Taten der Fürsten, er würdigte die Er­weckerverdienste von Stein, Scharnhorst und Fichte, er feierte die Kraft der Volks­erhebung und verherrlichte am Schluß in einem großen Festumzug die Segnungen des Friedens, ließ Athene-Deutschland ausrufen: „... meines Daseins, meiner Waf­fen Sinn/ Die Tat des Friedens ist es, nicht die Tat des Krieges!” Als die Figur Blü­cher zuletzt in den Puppenkasten zurückgeworfen wird, empfiehlt der Spiel­lei­ter für Deutschland statt dessen Kriegslust seine Parole „Vorwärts!”

Max Reinhardt hatte erfahrene Schauspieler und den Bühnenbildner Ernst Stern mitgebracht. Seine Inszenierung dieses ungewöhnlichen „Festspiels”, bei der Haupt­­mann engagiert mitwirkte (im gleichen Jahr übernahm er dann in Berlin die Regie bei „Wilhelm Tell” und dem „Zerbrochenen Krug”), gehört gewiß zu seinen besten Leistungen. „Unsere Bühne in der Riesenhalle war ein hohes Stufengerüst mit einem sternenübersäten (dunkelblauen) Vorhang”, berichtet Stern. „Auf den Stufen und in der weiten Arena ging die Handlung vor sich.”[15] 24 gewaltige Schein­werfer bestrahlten das gigantische Puppenspiel, bei den Massenszenen sollen fast 2000 Statisten mitgewirkt haben, die Zuschauerzahlen werden mit jeweils 4500-6000 angegeben. Die Kriegsfurie, eine Frau in brennend rotem Gewand, raste mit gel­len­den Schreien durch den Raum, der Tod wurde als Trommler Mors dargestellt. Der Riesenraum erzwang Vereinfachung, jede Möglichkeit zu dekorativen Auf­bauten und Szenenwechsel fehlten ja. Dennoch gelangen bildmäßige Eindring­lich­keit und szenische Dynamik, ein einheitliches Miteinander von Bild und Wort be­geisterte die Zuschauer. „Es war wie eine Erlösung, daß man aufspringen, Beifall klatschen und schreien konnte, als das Stück in einer heftigen Attacke gegen Spie­ßerei und Bürgerstumpfsinn und eine Apotheose der Jugend, in eine Absage an Maulpatriotismus und Kriegslust, in eine Verherrlichung der Freiheit mündete”,[16] erinnert sich ein damals junger Zuschauer.

Die Uraufführung am 25. Mai 1913 war ein unbestrittener Publikumserfolg. Dem Beifallssturm mußte sich nach Hauptmann auch Max Reinhardt stellen, für ihn soll er noch stärker gewesen sein als für den Dichter. Die Ovationen setzten sich auf der Straße fort. Reinhardt ja hatte schon früh Anregungen und Ratschläge gegeben, durch seine Inszenierungen Hauptmanns Vorstellungen beeinflußt – Peter Sprengel nennt ihn daher „fast Mitverfasser des Festspiels”.[17] Vor allem aber hatte seine Regie, seine „Darbietungsform”, die offizielle Auffassung von Hauptmanns Werk „zum nicht geringen Teil”[18] mit verursacht. Die starke zeitgenössische Presse­re­aktion – über 65 größere Beiträge sind allein von 1913 nachgewiesen – glich vor­wiegend einer Welle der Wut und des Hasses. „Dieses Festspiel ist in drei Instan­zen – schlesischer Provinzial-Kriegerverband, schlesischer Hochadel, Kronprinz – des mangelnden Patriotismus für schuldig befunden worden.”[19] Nachdem der deutsche Kronprinz, der Protektor der Festspiele, mit Konsequenzen gedroht hatte, „änderte sich für den Magistrat die Sachlage”, er glaubte, „in dieser Zeit der pa­triotischen Erhebung und Erneuerung, des Zusammenschlusses von Thron und Volk” ein „Opfer” bringen zu müssen”.[20] So wurde das Festspiel nach der elften von fünf­zehn vorgesehenen Aufführungen abgesetzt. Gerhart Hauptmann, dem nahe­gelegt wor­den war, sein Werk zurückzuziehen, hatte dies ausdrücklich abge­lehnt. Nach dem Verbot notierte er: „Im April 1913 sprang mein Kätzchen in den weiß­glühenden Ofen und kam wieder heraus. Es war vollständig nackt gesengt. Am 31 Mai tat ich dasselbe.”[21] Mit Recht konnte er später von sich sagen, er sei „im wil­helminischen Deutschland in mancher Hinsicht als Spielverderber ver­schrien”[22] ge­wesen und habe 1913 geradezu „eine Popularität als nationaler Verbrecher” ge­nossen.[23]

Es gab jedoch nicht nur Angriffen und Beschimpfungen, sondern auch zahl­reiche Sympathiekundgebungen für den Dichter, so in der Universität Breslau, die der Ber­liner Börsen-Courier „Ein Massenprotest gegen die Vergewaltigung Haupt­manns” nannte, und vom Festspiel-Ensemble. Schriftsteller, Künstler und Schau­spieler äußerten sich empört, und eine Fülle von Briefen mit Solidaritäts­erklä­run­gen trafen in Agnetendorf ein. Auch nach Neuaufführungen des „Festspiels” wur­de gefragt, so in der „Frankfurter Zeitung” Anfang November 1913. Hauptmann antwortete: „Stefan Großmann richtet in der Sonntagnummer Ihres Blattes die Frage an mich: 'Wo bleibt das Festspiel?' Nun, nur Max Reinhardt in Berlin, dem ich die erste Anregung zu dem Werk ausschließlich verdanke, könnte diese Frage beantworten. Die Breslauer Aufführung war seine größte Regietat nach meinen Begriffen, und eine Neuinszenierung könnte nur durch die gleiche Hand geleitet sein. Wenn er sie nicht unternimmt, so hat er seine privaten Gründe. Ich halte das Werk keinesfalls verborgen.”[24] Die Gründe lagen auf der Hand: es war nicht ent­fernt vergleichbar zu realisieren und nicht zu finanzieren (in Breslau gab es eine Sponsoren-Gruppe).

Max Reinhardt warb weiter um den führenden deutschen Dramatiker. Am 28. August 1913 sandte er ihm folgendes Telegramm in das Hotel Adlon: „Möchte bevor ich einen wunderschönen italienischen Sommer abschließe und in die neue Spielzeit gehe nicht verabsäumen Sie noch einmal an unsere Breslauer Gespräche und an all die Hoffnungen zu erinnern die Sie in mir für unser grosses Theater geweckt haben. Die fast schmerzhaft starke Zusammenarbeit hat mir die ungeheu­ren Möglichkeiten erhellt die Ihre Schöpferkraft meinem Werk schenken könnte sodaß sie mir nicht nur unvergleichliche Erinnerung sondern die glücklichste Ver­heißung für die Zukunft der deutschen Bühne bedeutet./ Halten Sie es dem Glau­ben an diese weit über mein persönliches Wünschen hinausgehende Bedeutung zu­gute wenn ich es wage Sie in Ihre neue Arbeitssphäre mit meinem immer erneuten Werben zu verfolgen. Ich glaubte dass die ganz Grossen ihre Gebiete nicht ein­säu­men lassen dürfen.”

Im März 1914 kam es dann zu einer vertraglichen Regelung zwischen Haupt­mann und Max Reinhardt, zunächst für fünf Jahre. Auf den Vertragsabschluß be­zieht sich wohl ein Telegramm vom 13. 3. 1914 nach Berlin, Kupfergraben 7: „Wahrhaft erfreut durch Wärme Ihres Willkommens versichere dass ich mich nun endlich dort weiss wo ich hingehöre. Herzlichst immer Ihr Gerhart Hauptmann.” Die finanziellen Bedingungen sind freilich durchaus bescheiden (Sprengel nennt sie beschämend) – gemessen an den Brahm-Konditionen und denen bei der „So­ziätät” des Deutschen Künstler-Theaters, einer Gründung des Lessing-Theater-En­sembles nach Brahms Tod, der Hauptmann selbst angehörte. Reinhardt ver­sprach, „Werk um Werk dem Spielplan seiner Theater” einfügen zu wollen und verpflich­tete sich zur „liebevollen Pflege des Hauptmannschen Repertoires”.[25] Der stets ver­län­gerte Vertrag umfaßte das ausschließliche Aufführungsrecht an allen auch kün­ftigen Stücken für den Großraum Berlin. Bis 1933 sind denn auch die meisten Wer­ke des Dramatikers am Deutschen Theater oder an den anderen Bühnen Rein­hardts ge­spielt worden, mehrfach führte er selbst Regie, auch bei einigen Uraufführungen.

Endlich kam es nun zu der so lange ersehnten Aufführung von „Schluck und Jau” in Max Reinhardts Inszenierung am Deutschen Theater. Sie war bereits Ende 1913 für die Spielzeit 13/14 angekündigt, ist durch den Kriegsausbruch verzögert worden und erlebte dann am 18. März 1915 ihre Premiere, fast genau 15 Jahre nach der Absetzung bei Brahm. Hans Wassmann spielte den Jau, Max Reinhardt den Schluck, Kostüme und herbstliche Bühnenbilder stammten von Ernst Stern. Hauptmanns Schwager Max Marschalk komponierte wie bei der Uraufführung des „Hannele” eine Bühnenmusik. Der Dichter notiert im Tagebuch: Heut Probe „Schluck und Jau” (13. 3.) – Dritte „Schluck und Jau” Probe Reinhardt (16.3.) – Generalprobe 17. März. Belebendes, volles, reiches Ereignis. Fortwirkend – Gru­newald. Donnerstag d 18 März. Während „Schluck und Jau” zu spielen begonnen hat (wieder im Deutschen Theater wie vor 16 Jahren) sitze ich (71/5 Uhr) noch an meinem Schreibtisch

                         „Durchdrungen und durchklungen/ von einem grossen Sein/

                         ist mir ein Ding gelungen/ aus Herbst und Maienschein”[26]

 

Seiner Klage um den „vielseitig gemißhandelten Schluck und Jau[27] hatte er das trotzige „Ein schönes Kind, welches der Mutter Schmerzen macht”[28] entge­gengesetzt. Mit dem (auch ökonomischen) Erfolg der Neuaufführung war das tra­gikomische Stück eindeutig rehabilitiert und begann eine erstaunliche Bühnen­laufbahn, die bis in unsere Tage reicht. Zwar mußte Peter Sprengel feststellen, daß auch Reinhardts Inszenierung „unter dem Gesichtspunkt der Textsubstanz und -Interpretation Desirate aufwies”[29] (sein Regiebuch ist überliefert), aber der Erfolg war unbestreitbar. Ihre 42 Aufführungen bis zum 8. 1. 1916 waren dreimal soviel wie die unglückselige Uraufführung. Daß Gerhart Hauptmann dem Regisseur gegen­über seinen Glücksgefühlen Ausdruck gab, beweist auch dessen Brief vom 8. April 1915:[30]

Ich danke Ihnen aufrichtig für ihre guten Worte. Sie wissen, es ist keine leere Re­densart, wenn ich Sie darauf hinweise, dass es seit Jahr und Tag mein ganzes Be­streben war, dem Spielplan des Deutschen Theaters Ihr Lebenswerk einzufügen. Ich hatte es immer schmerzlich bedauert, dass die Vereinigung zwischen Ihnen und mir durch den Zwang der Verhältnisse nicht früher geschehn konnte. Umso glück­licher bin ich, dass wir uns endlich finden durften... Ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch viele schöne Dinge zusammen machen werden, und ich sehe voller Freude Ihren neuen Arbeiten entgegen. Dass Schluck und Jau nach wie vor den Spielplan beherrscht und ausgezeichnete Einnahmen erzielt, werden Sie erfahren haben. In herzlicher Verehrung Ihr Max Reinhardt

Im Jahre 1915 übernahm Max Reinhardt auch bis 1918 die Leitung der Berliner Volksbühne. Hier spielte er nach seiner Inszenierung im Deutschen Theater (Pre­miere am 12. 1. 1916) ab Juni die beliebte Diebskomödie „Der Biberpelz” und ab September seinen „Schluck und Jau”. Es waren jeweils keine Neuinszenierungen, sondern Übertragungen mit dem gleichen Ensemble. Danach folgte aber – wieder im Deutschen Theater – eine Uraufführung: die Tragödie „Winterballade”, zwei­fellos unter dem Eindruck des blutigen Krieges nach einer im 16. Jahrhundert spie­lenden Novelle von Selma Lagerlöf entstanden (die das Werk dann ins Schwedi­sche übertrug). Durch starke Einbeziehung magisch-triebhaft-elementarer Mächte nimmt die balladeske Soldaten-Dichtung eine Sonderstellung ein, trägt bereits Züge von Hauptmanns Spätwerk.

Der Dichter hatte Reinhardt bei der Regie quasi assistiert. Rainer Maria Rilke, der an der Generalprobe teilnahm, berichtete darüber brieflich: „... meine Vor­stel­lung von Hauptmann, mein überzeugtes und sozusagen ewiges Verhältnis zu ihm... bildete sich damals in einigen sehr gesammelten Stunden heraus... Er saß neben mir, ich weiß noch, ich dachte... er säße immer da; aber plötzlich, von Zeit zu Zeit, erschien er oben wie in einem Spiegel und ging, sicher und vorsichtig, mit ganz beleuchtetem Gesicht unter seinen bedrängten halbfertigen Figuren herum und hat­te etwas Unbeschreibliches vor ihnen voraus.”[31] Obwohl dem Regisseur Rein­hardt das Magisch-Parabelhafte des Versdramas hätte entgegenkommen müssen, wurde die Uraufführung am 17. Oktober 1917 mit Helene Thimig, Paul Wegener und Werner Krauß nur zurückhaltend-respektvoll aufgenommen. Der „Tag” fand, es sei immerhin eine „große künstlerische Sehenswürdigkeit”, die „Schaubühne” urteilte härter: „Alles in allem: eine Niete für Hauptmann wie für Reinhardt.”[32] Der Dichter notierte im Tagebuch kummervoll: „Grosse Entwertungsversuche”.[33] So gab es auch nur vereinzelte Wiederbelebungsversuche auf dem Theater (heraus­ragend eine Oper, die 1967 in Hannover gespielt wurde), doch die kritisch-wissen­schaftliche Bewertung fand das Werk zunehmend gewichtiger, weil es „auf den gestörten Gang der Welt” hindeute,[34] in ihm „das Menschenschicksal aus allen Zeiten” erfahrbar sei.[35]

Gemeinsam mit Richard Strauß initiierte Max Reinhardt 1920 die Salzburger Festspiele, die mit seiner Inszenierung von Hofmannsthals „Jedermann” eröffnet wurde. Wohl auch deshalb übertrug er die Regie bei der Uraufführung von Haupt­manns „Der weiße Heiland” an Karl-Heinz Martin. Sie fand am 28. März im Großen Schauspielhaus, dem umgebauten Zirkus Schumann (später Friedrichstadt-Palast) mit Emil Jannings als Cortez und Alexander Moissi als Montezuma statt und wurde von Publikum und Kritik weitgehend positiv aufgenommen. Bevor Reinhardt dann im Oktober seine Berliner Bühnen an Felix Hollaender übergab und in Wien das Theater in der Josefstadt mit Goldonis „Diener zweier Herren” eröffnete, gab es offenbar Verhandlungen mit Hauptmann. Jedenfalls erschien im „Simplicissimus” eine Karikatur mit der Versunterschrift:

         Und kommen schlechte Zeiten,/ Schon rückt Herr Reinhardt aus

         Und überläßt für Pleiten/ Dem Dichter gern sein Haus.[36]

In der „Chronik” steht für Oktober 1920: „Gerhart Hauptmann lehnt ihm die ange­tragene Nachfolge Max Reinhardts als Direktor seiner Bühne ab.”[37] Vielleicht fand er sich jedoch zu einer gewissen Unterstützung Hollaenders bereit, der freilich schon 1923 von Karl Rosen abgelöst wurde. Noch Jahre später war in einem Nachschla­gwerk zu lesen, Hauptmann sei auch „Lit. Regisseur der Reinhardt Bühne Ber­lin”.[38] In der Tat hat der Dichter bei zwei Uraufführungen – freilich außerhalb Berlins – selbst Regie geführt („Das Opfer” („Indipohdi”) 1822 in Dresden und „Veland” 1925 in Hamburg).

Natürlich sandte Reinhardt zum 60. Geburtstag Gerhart Hauptmanns am 15. 11. 1922 ein Telegramm aus Wien ins Deutsche Theater Berlin: „In tiefer ehrfurcht gruesse ich dich heute geliebter dichter als einen der in der welt deiner unver­gaeng­lichen gestalten aufgewachsen mit ihnen gerungen hat von ihnen gesegnet und ge­troestet ward fuer seinen weg dieser laesst mich heute leider nicht in deiner naehe sein dich nicht selbst feiern in meinem haus dass durch dich fuer immer geweiht ist er kann mich aber nirgends hinfuehren wo ich jemals ferne waere in treuer dank­barkeit dein max reinhardt”. Das freundschaftliche Verhältnis der beiden bezeugt auch das telegramm, in dem er dem Dramatiker für Glückwünsche zu seinem 50. Geburtstag am 9. September 1923 dankte: „Mit achtzehn Jahren las ich in einer Wiener Bibliothek Deine 'Einsamen Menschen', mit fünfundzwanzig spielte ich Deine Menschen, mit fünfunddreißig führte ich sie auf, und mit fünfzig werde ich wieder in Wien damit anfangen. In diesem Lebenskreis war ich ungezählte Male in glücklichster Liebe mit Dir verbunden und will es auch fernherhin bleiben. Ich danke Dir für die schönen Worte, mit denen Du mich ausgezeichnet hast. Grüße Dich und Deine Frau verehrungsvoll – Max Reinhardt.”[39]

Bleibt zu berichten von den beiden letzten Uraufführungen des schlesischen Nobelpreisträgers, bei denen Max Reinhardt Regie führte – beides herausragende Ereignisse und durchschlagende Erfolge. Im Februar 1925 empfahl Hauptmann dem Theaterleiter einen jungen Schauspieler aus Leipzig: Herbert Dirmoser, von dem er sehr viel halte und der sich in der Kainz-Richtung entwickeln ließe. „Früh­er war er in Dresden, wo ich ganz besonders gern mit ihm in den Proben gearbeitet habe (er spielte den Ormann in „Indipohdi”). Hätte ich ein Theater, ich würde mich für dieses grosse Talent unbedingt sehr lebhaft interessieren.” In den In den folgenden Monaten bearbeitete der Dramatiker zwei frühere Entwürfe, die er zu einem neuen Schauspiel umformte, in das auch Eindrücke seiner ersten Amerika-Reise von 1894 eingingen (wie schon im Roman „Atlantis”).

In mehreren Briefen an den lieben und verehrten Freund signalisierte er das Werk und versuchte ihn für die Inszenierung zu werben. Am 19. Dezember diktier­te er: „Herzlich habe ich micht gefreut über die gemeinsame Karte aus Wien und besonders über Deinen Gruss. Es wäre herrlich, wenn wieder einmal eine Gemein­samkeit auf dem Gebiete des Theaters zwischen uns sich ergeben könnte... Gern würde ich mit Dir einmal wündlich darüber reden, insonderheit über das neue bürgerliche Schauspiel „Dorothea Angermann”, das ich für den Beginn der näch­sten Spielzeit reserviere.” Er habe wieder eine Villa gemietet und lud Reinhardt ein, „einmal acht Tage bei uns in diesem im allgemeinen herrlichen Klima zuzu­bringen” (Rapallo, Villa Carlevaro).

Schon wenige Tage später, am 24. Dezember, Weihnachten also, wird er deut­licher. „Gewiss brauche ich Dir nicht zu sagen, wie gern ich wieder einmal Dra­men von mir von Deiner Hand lebendig gemacht sähe... Ich habe übrigens ein recht ausgewachsenes Stück, „Dorothea Angermann”, vollendet, in dem ich mei­nen alten Ton wiederum angeschlagen habe. Es hat sich plötzlich gemacht, nachdem seit 1 1/2 Jahrzehnten keine Freundesanregung, noch eigener Wunsch, mich in eine ensprechende innere Verfassung setzen konnte. Die Dorothea Angermann ist eine ganz grosse Frauenrolle, die nach einer darstellerischen Natur wie die junge L., die junge M., Helene Thimig, oder Lucie Höflich, die junge Medelsky, ruft. Die vier in Betracht kommenden Männerrollen sind ebenfalls merkwürdig dankbar und von Umfang. – Lieber Freund Reinhardt, es würde mir ein besonderes Vergnü­gen sein und alte Zeiten wieder lebendig machen, wenn ich Dir diese in schlichten Linien sich bewegende Stück Natur einmal wieder persönlich zu Gehör bringen könnte. Vielleicht kommt im Frühjahr auch dazu die Gelegenheit.”

Natürlich griff Reinhardt zu und telegrafierte: „dein vertrauen und deine zusage haben mich aufrichtig beglueckt ich wuensche und hoffe nichts besseres als dir genugtun zu koennen habe vertragsabschluss veranlasst... erwarte manuskript mit freudiger spannung gruesse dich mit ehrfuerchtiger liebe dein max reinhardt”. Of­fenbar war dem Dichter besonders an einer persönlichen Vorlesung gelegen, wie aus einem Telegrammdiktat (ohne Datum) hervorgeht: „Mein Telegramm wirst Du erhalten haben und ich danke Dir hiermit nochmals für das Deine. Im übrigen ist wohl einstweilen nur wenig zu sagen. Besorgt, dass Du Deine Ent­schliessung be­reuen könntest, bin ich ja eigentlich nicht. – Ich höre, dass Dein Theater am 7., 8. u. 9. Mai in München spielen wird. Um diese Zeit bin ich zur Jahresversammlung des Deutschen Museums dort (zur Aufführung seines „Festaktus”)[40] und könnte Dir vorlesen. Aber am Ende bist Du gar nicht selbst in München. Wenige Tage später hoffe ich dann in Berlin zu sein, wo wiederum die Möglichkeit einer Vor­lesung gegeben ist. – Mich fasziniert der Gedanke, unter Deiner Leitung eine Auf­führung im Stile des alten Moskauer Künstlertheaters entstehen zu sehen.”

Daß es zu dieser Vorlesung gekommen ist, bestätigt der nächste Brief. Darin fragt Hauptmann am 17. Mai nach dem ungefähren Erstaufführungstermin, wobei er noch Berlin favorisiert und nicht ohne Stolz auf die große Theater-Nachfrage nach dem Stück verweist. „Nicht verhehle ich, dass ich Bedenken tragen würde, Berlin mit der Erstaufführung zu übergehen. Da ich nun einmal Reichsdeutscher bin und meiner braven Landeshauptstadt viel verdanke, würde diese mit Recht einige Verschnupfung zeigen, die unserem gemeinsamen Unternehmen schaden würde, wenn sie erst nach Wien an die Reihe käme. – Du weisst, oder weisst viel­leicht nicht, dass von Jessner bis Saltenburg und Barnowsky etc., etc., etc., Burg­theater inbegriffen, das lebhafteste 'Gereiss' um 'Dorothea Angermann' gewesen ist. Dresden und Breslau möchten, wenn möglich, die Premiere mit der Deinen gleich­zeitig legen. Das ist natürlich Deine Sache... Nachdem ich Frau Helene Thimig wiederzusehen die Freude gehabt hatte, zweifele ich weniger als je, dass sie die 'Dorothea Angermann' ist. Aus diesem Grunde gratuliere ich mir, fest geblieben zu sein, selbst der verlockenden Eröffnungsvorstellung des Lessingtheaters gegenüber Käthe Dorsch. Ich hoffe auf's Innigste, lieber Reinhardt, Deine Freude an der An­gelegenheit möge die alte geblieben sein oder womöglich nach der Vorlesung, noch gewachsen sein...”

Im Juli schickt Hauptmann sechs Exemplare des Textes (wohl Bühnenmanu­skripte) nach Wien: „Das eine für Dich, die anderen an die Hauptdarsteller zu ver­teilen”. Erneut fragt er nach dem Erstaufführungstermin, „da eine Anzahl anderer Theater das Werk bringen möchten, was vor Deiner Premiere ja nicht geschehen kann”. Er möchte wegen seiner Arbeit spätestens Mitte Oktober wieder nach Italien, ein unterbrochener Winter würde katastrophal für ihn sein. „Aber es hängt nun einmal von Dir ab, da Dein gütiges Telegramm mich nicht einen Augenblick zögern liess, Dir das Werk für die Hauptplätze Berlin und Wien in die Hand zu geben.”

Doch bevor es zur Ring-Uraufführung in Wien und an 16 weiteren Bühnen kommt, findet am 1. November im Deutschen Theater eine Feier zum 25jährigen Bühnenjubiläum Max Reinhardts statt, an der der Dichter natürlich teilnimmt. In hohen Worten würdigt er den Freund schon vorher in der Presse: „Heut, ein Vier­teljahrhundert mit dem Theater verknüpft, hat das Wirken Max Reinhardts der deutschen Bühne unendlich viel gegeben, und sie hat ihm unendlich viel zu dan­ken. Es bedeutet eine Epoche heiterer Aufgeschlossenheit nach der Ära Otto Brahms mit ihrer strengen Geschlossenheit: neue Mittel, ein neugewonnener Stil wurde mit genialer Freiheit meisterlich angewandt, und zwar auf die gesamte Substanz des deutschen Theaters. Die Folge war Verjüngung, Wiedergeburt, Er­neuerung in jedem Betracht”. („8-Uhr-Abendblatt”, Berlin, 8. 10. 1926) – „Max Reinhardt steht mir als Regisseur am nächsten. Er ist der Lehrmeister der meisten heutigen Regisseure von Bedeutung. Sein künstlerisches Schaffen, seine Reife hat eine Höhe erreicht, die ihn weit über sich hinausgewachsen erscheinen läßt. Auf seinem Gebiet ist er ein Genie, wie es ganz selten geboren wird.” („Hamburger Fremden­blatt”, 9. 10. 1926)[41]

Am 20. November 1926 kam es dann im Wiener Theater in der Josephstadt zur Premiere von Max Reinhardts Inszenierung der „Dorothea Angermann” mit Dagny Servaes in der Titelrolle, Ernst Stahl-Nachbaur als Pastor Angermann und Oskar Homolka als Mario Malloneck. Gleichzeitig wurde das Stück in den Kammerspie­len München, im Leipziger Schauspielhaus, im Braunschweigischen Landestheater und an 13 weiteren Bühnen gespielt – Berlin war nicht dabei. Die Kritik fand viel zu loben, erkannte aber auch Schwächen. Felix Salten befand, „daß ein geborener Dramatiker dazu gehört, um banale Vorgänge auf der Bühne... derartig zu steigern, bis atemlose Teilnahme sich in blutendes Mitleid löst.”[42] Alfred Kerr schrieb lapidar: „Es gibt nur einen in Deutschland, der das vermag... der es so vermag”, unvergeßliche Gestalten schaffen, „die dort in Amerika, dort in Schlesien gewan­delt oder gestorben sind”, „kaum unterscheidbar... von wirklich Atmenden”.[43] Zu einem eher politischen Skandal kam es in München, wo sich in den Schlußbeifall Lärmen und Pfeifen mischten, geführt von Leuten, „die offenbar mehr gegen die Person Hauptmann und seine weltanschaulichen und politischen Ansichten demon­strierten als gegen sein dichterisches Werk. Man sah in den Reihen der Opponen­ten nicht wenige Braunhemden von Hitler-Anhängern”.[44] Wenige Tage danach kam es in der Münchener Tonhalle zu einer kulturpolitischen Kundgebung gegen die Reaktion, auf der u.a. Heinrich und Thomas Mann sprachen. Der „Zauber­berg”­-Autor nannte „Dorothea Angermann” ein Werk „voll wirrer und wunder, voll blu­ti­ger und kotiger, in dem Radikalismus ihres Elends seelisch kaum noch zugäng­licher Menschlichkeit, voller Krankheit der Seele und des Körpers”.[45]

In Berlin hatte sich Hauptmann vergeblich um seine Kandidatin für die Titel­rol­le bemüht. Am 25. 10. mußte er Max Reinhardt aus Brioni telegrafieren: „Käthe Dorsch für Deutsches Theater frei zu bekommen erscheint völlig unmöglich. Da Du auch mit der Dorsch an Dauererfolg zweifelst kommt Aufführung ohne Dorsch ja überhaupt nicht mehr in Frage. Ich möchte Dich darum bitten im Interesse des Werkes einen Akt freundschaftlicher Grossmut zu üben und mir Dorothea Anger­mann für das Lessing-Theater frei zu geben. Grüsse Gerhart Hauptmann.” Doch Reinhardt dachte nicht daran und ließ sich sehr zur Verärgerung des Dichters mit der Berliner Erstaufführung viel Zeit. Erst fast ein Jahr später, am 18. Oktober 1927, fand die Premiere im Deutschen Theater statt, in der Werner Krauß als Pastor Angermann und Helene Thimig in der Titelrolle brillierten. Hohes Lob gab es von Stefan Großmann über das „wunderbar aufgeblühte Werk” und die „unver­gleichlich schöne Vorstellung”: „Reinhardt gibt mit dieser Inszenierung sein Mei­sterstück... Eine Vorstellung wie die der 'Dorothea Angermann' kann man nirgends in Europa sehen. Jeder Strahl von Licht ist auf dieser Bühne abgewogen, jede Sekunde Stille ist belebt. Jeder Darsteller bis in das Spiel der Hände, ja, bis ins Er­röten des Gesichtes vom Geist des Dramas durchdrungen.”[46]

Nun war auch Hauptmanns Verstimmung vorüber, Freude und Erleichterung führten ihm die Feder: „Lieber Reinhardt! Du kannst Dir denken, dass ich sehr froh bin über den Glücksstern, dessen Strahlen 'Dorothea Angermann' doch noch getroffen haben. Und die damit inaugurierte neue Gemeinsamkeit zwischen uns. Kein Wort ist nötig, um den Anteil Deiner genialen Hand an dem schönen Ereignis zu würdigen, denn er liegt offen da. Herzlichst der Deine in Verehrung und Dank­barkeit. Gerhart Hauptmann”. Mit Selbstverständlichkeit nahm der erfolgreiche Dramatiker an, daß der Freund nun auch sein nächstes Werk in Wien herausbrin­gen würde. Es handelte sich um zwei komplimentäre Stücke, die einaktige Tragö­die „Die schwarze Maske”, die im 17. Jahrhundert in Schlesien spielt, und das Satyrspiel „Hexenritt”, die beide um eine Frau kreisen, deren erotisches Verhalten rätselhaft scheint, unter dem Gesamttitel „Spuk”. Anscheinend hatten sie bereits darüber gesprochen, denn am 30. 9. 1928 diktierte er ein Telegramm: „Lieber und verehrter Max Reinhardt! Ich höre, dass Du Spuk bereits im September herausbrin­gen willst damit nicht Amerikareise die schöne Angelegenheit unterbindet. Sehe mit grosser Spannung und Freude Deiner künstlerischen Arbeit entgegen. Freund­schaftliche Grüsse von Haus zu Haus Gerhart Hauptmann”. Mit der Amerikareise ist eine Tournee der Reinhardt-Truppe gemeint, bei der auch „Dorothea Anger­mann” gespielt wurde.

Doch dieses Mal erlebte er eine Enttäuschung, Reinhardt reagierte nach der Lektüre wortreich ablehnend: „Die tiefe verehrung und liebe fuer dich und dein werk die mich von meinen ersten buenenschritten an unwandelbar begleiten ver­pflichten mich dir mein persoenliches gefuehl von der vorgesehenen verbindung zwischen spuk und hexenritt rueckhaltlos einzubekennen ohne damit irgendein kritisches werturteil aussprechen zu wollen – kann diesmal ungluecklicherweise nicht daran glauben dass es mir gelingen werde die beiden stuecke auf der buehne lebendig zu machen immer wieder habe ich fuer mich einen weg dazu gesucht ohne ihn finden zu koennen mein gefuehl mag mich taeuschen aber ich bin in mei­ner arbeit vollkommen davon abhaengig und weiss dass ich dir eine ungesaeumte klarstellung schulde dagegen habe ich mit unsaeglichem entzuecken deine griselda wiedergelesen und moechte dir wenn es gelingt kaethe dorsch dafuer zu bekom­men eine neue inszenierung dieses werkes vorschlagen in aufrichtiger verbunden­heit dein max reinhardt.” Der Uraufführung von „Spuk” am 3. Dezember 1929 am Wiener Burgtheater (Regie Hans Brahm) war nur ein Achtungserfolg beschieden. Die Kritik hat „Die schwarze Maske” später durchaus höher bewertet, als Parabel­spiel und wegen seiner symbolisch-surrealistischen Züge. 1986 wurde die gleich­na­mige Oper von Krzysztof Penderecki bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt.

Für den 27. Juni 1930 verzeichnet die „Chronik” die Teilnahme Gerhart Haupt­manns am „Fest der Berliner Bühnenleiter und der Bühnengenossenschaft zu Ehren von Max Reinhardt bei Kroll”.[47] Anlaß war dessen 25jähriges Jubiläum als Direk­tor des Deutschen Theaters. Reinhardt hatt 1929 erneut die Leitung seiner Berliner Bühnen übernommen und sollte sie bis 1932 behalten, dem Jahr der berühmten Ur­aufführung von Hauptmanns Meisterdrama „Vor Sonnenuntergang”. Daß er dem Freund früh von seiner Arbeit daran berichtete, geht aus einem Telegrammwechsel vom 15. Juli 1931 hervor.[48] Reinhardt telegrafiert nach Hiddensee. „Dein wunder­barer, zwingender dramatischer Stoff will mir nicht aus dem Sinn. Ich weiß, daß gegen die Naturnotwendigkeit Deines Schaffens mein Wort allzuschwach ist. Viel­leicht findet es aber in einem glücklichen Augenblick den Weg zu Dir. Dem heu­tigen Theater, das von der Zeit gewürdigt wird, tut nichts dringender not, als der Dichter, der die Zeit meistert.” Hauptmann antwortet darauf sofort (der Text ist auf der Rückseite notiert): „Lieber Max Reinhardt! Dein Telegramm in schwerem historischem Augenblick,[49] steigerte meine Konzentration und ich danke Dir viel­mals. Ich schreite in der Arbeit ruhig fort und hoffe, sie Dir zur Zeit vorlegen zu können. Wenn es soweit ist, telegrafiere ich. Man muß verfahren wie der Gold­schmied in Goethes 'Diana der Epheser'. Dazu bin ich entschlossen und Du hof­fent­lich auch. Herzlichst von Haus zu Haus Dein Gerhart Hauptmann”.

„Vor Sonnenuntergang” ist aus dem alten Plan eines modernen Lear hervor­ge­gangen, wobei unmittelbare Anregung ein von den Kindern bekämpfter neuer Hei­ratsplan des schlesischen Fabrikanten Max Pinkus und dessesn „Entmündigungs­geschichte” war, der Anklang an Goethe und Ulrike von Levetzow es auch zu einem Beitrag zum Goethe-Jahr werden ließ. Die intensive Arbeit daran begann 1928, es gab 20 Arbeitstitel und 21 Arbeitsphasen, doch erst im Oktober/Novem­ber 1931 konnte Hauptmann das Werk vorläufig abschließen, Korrekturen gab es noch bis kurz vor der Aufführung. Max Reinhardt setzte große Hoffnungen auf das Stück. Am 16. 10. telegrafierte er: „Bin glücklich bald Dein neues Drama von dem ich mir für Deutsches Theater schönstes erhoffe kennen zu lernen erbitte Draht­nachricht wann dies möglich”. Nachdem er es gelesen hatte, reagierte er am 11. 11.: „Ich bin ganz beglückt von Deinem jüngsten Werk und voll Glauben an eine mächtige Bühnenwirkung Rückreise morgen nach Berlin um Dir von dort für die Besetzung und lediglich für den Schluss einige Vorschläge zu machen.” Fest stand, daß Werner Krauß den Geheimrat Clausen spielen sollte, strittig war der 5. Akt, den Hauptmann mehrere Male umgearbeitet hatte. Reinhardt schwärmte: „das werk ist fuer uns alle die erwartete oase in einer wueste durch die wir schon ge­faehrlich lange wandern und ich bin tief dankbar dass ich nicht vergeblich bat” und drängte: „erwarte von tag zu tag mit freudiger spannung die endgiltige fassung”. Weil Werner Krauß sich außerstande erklärte, den 5. Akt zu spielen, wurde ein Schluß durch Herzschlag im 4. Akt erarbeitet. Die Uraufführung mit Helene Thi­mig als Inken und Oskar Sima als Klammroth fand am 16. Februar 1932 statt. „Eine Elitebesetzung entschied den Sieg des Dramas, dessen dichterische und menschli­che Strahlungskraft zum Leuchten kam”, berichtete C.F.W. Behl.[50] Und Herbert Ihering rühmte: „Kein Wort der Bewunderung aber ist stark genug für Werner Krauß... Diese Rolle steht über allem, was jemals die größten Schauspieler in unserer Zeit gespielt haben.”[51] Der „Völkische Beobachter” freilich befand, hier „feierte eine verklungene Epoche Abschied”, es sei gewissermaßen ein histori­sches Ereignis, „denn sie setzte den Schlußpunkt unter das liberalistische Theater”.[52] Obwohl Reinhardt durch Striche den zeitkritischen Gehalt des Schauspiels zurück­gedrängt hatte, war es doch mehr als eine Familientragödie, die Ablösung der alten Werte, das Ende einer Kulturepoche, mit dem durchaus präfaschistischen Klamm­roth wird eine verhängnisvolle Richtung fixiert.

Es wurde Gerhart Hauptmanns letzter Welterfolg. Im Herbst des Jahres, an sei­nem 70. Geburtstag spielten 63 deutsche Bühnen „Vor Sonnenuntergang”, und bis heute hat es sich in den Spielplänen gehalten. Zuvor war der Dichter zum zwei­ten Mal in die USA gereist, um zum 100. Todestag Goethes an mehreren Universitäten seine Goethe-Rede zu halten. In einem Interview erklärte er: „Hitler ist ein Expe­ri­ment. Deutschland kann sich solche Experimente nicht leisten.”[53] Nach der Macht­übernahme der Nationalsozialisten war für den Juden Max Reinhardt kein Bleiben mehr in diesem Land. Im März 1933 hatte seine letzte Inszenierung am Deutschen Theater Premiere, danach reiste er nach Österreich, begann seine Emigration. Er übernahm Regie-Aufgaben in Europa und den USA. Im Juni 1933 wurde ihm in England der Ehrendoktortitel verliehen. Gerhart Hauptmann telegrafierte nach Oxford, wo er selbst 1905 damit ausgezeichnet worden war: „Sehr herzlich erfreut gratuliert dem Freunde Max Reinhardt zum Doctor honoris causa der Universität Oxford sein Oxforder Kollege Gerhart Hauptmann”. Bereits am 12. Februar hatte er im Tagebuch notiert: „Stimmung vor Sonnenuntergang. Das Stück ist inzwi­schen geschrieben. Der Zustand scheint sich erst jetzt zu vollenden... Sie machen Volksgenossen zu Feinden, nur um sich im Vaterlande gebärden zu können wie in Feindesland...”[54] Die Zeit der Finsternisse begann für beide, für Deutschland und bald die ganze Welt.



[1]        Ihr ist für die freundliche Genehmigung zum Abdruck bzw. Zitieren aus der Korrespon­denz zu danken (GH BrNL: Max Reinhardt).

[2] CA Bd. XI (1974), S. 1065

[3] Gerhart Hauptmann: Tagebücher 1892 bis 1894. Herausgegeben von Martin Machatzke. Frankfurt am Main; Berlin; Wien 1985, S. 66-67

[4] Max Reinhardt: Schall und Rauch. 1. Band. Berlin und Leipzig 1901

[5] Gerhart Hauptmann: Tagebücher 1897 bis 1905. Herausgegeben von Martin Machatzke. Frankfurt am Main; Berlin 1987, S. 380

[6] Otto Brahm – Gerhart Hauptmann: Briefwechsel 1897 bis 1912. Herausgegeben von Peter Sprengel. Tübingen 1985 – zit. in der Einleitung S. 61

[7] zit. ebd.

[8] ebd., S. 187

[9] ebd., S. 209

[10] ebd., S. 213

[11] zit. nach Ernst Scheyer: Das breslauer Festspiel 1913. Aktenmäßige Darstellung seiner Entstehung und Absetzung – In Die Literatur Jg. 35 (1932), S. 69-74

[12] ebd.

[13] Schreiben von Reinhardts Geschäftsführer Gersdorff an den Breslauer Magistrat – ebd.

[14] ebd.

[15] Ernst Stern: Bühnenbildner bei Max Reinhardt. Berlin 1983, S. 118

[16] Walther Victor: Kehre wieder über die Berge. Eine Autobiographie. Berlin und Weimar 1982, S. 52

[17] Peter Sprengel: Festspiel von Gerhart Hauptmann. – Spielleitung Max Reinhardt (1913) – In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Jg. 14 (1989), S. 89

[18] Klaus Sauer und German Werth: Lorbeer und Palme. Patriotismus in deutschen Fest­spielen. München 1971, S. 133

[19] Der Schriftsteller. Zeitschrift des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller. Jg. 3 (1913), Heft 5/6, S. 37

[20] Erklärung des Oberbürgermeisters von Breslau – In: Berliner Tageblatt vom 20. 6. 1913

[21] CA Bd. VI (1963, S. 992

[22] ebd., S. 728

[23] C.F.W. Behl: Zwiesprache mit Gerhart Hauptmann. Tagebuchblätter. München 1948, S. 148

[24] Frankfurter Zeitung vom 4. 11. 1913 – CA Bd. XI (1974), S. 837

[25] Eventualvertrag vom 11. 3. 1914, Sprengel zitiert aus einer Ausfertigung vom 15. 5. 1914 im Nachlaß (Anm. 17, S. 76)

[26] Gerhart Hauptmann: Tagebücher 1914 bis 1919. Herausgegeben von Peter Sprengel. Berlin 1997, S. 89-90

[27] Anm. 6, S. 150

[28] Anm. 5, S. 301

[29] Peter Sprengel/Philipp Mellen (Hrsg./ed.): Hauptmann-Forschung. Neue Beiträge – Haupt­mann Research. New Directions. Frankfurt am Main; New York 1986, S. 217

[30] abgedr. in Alfred Dreifuss: Deutsches Theater Berlin Schumannstraße 13a. Fünf Kapitel einer Schauspielbühne. Berlin 1983, S. 180-181

[31] An Helene Nostiz – zit. in Gerhart Hauptmann. Leben und Werk. Katalog der Marbach-Ausstellung 1962, S. 202

[32] Willi Handl in „Der Tag” vom 18. 10. 1917 – Siegfried Jacobsohn in „Die Schaubühne” vom 25.10. 1917

[33] Anm. 26, S. 200

[34] Rolf Michaelis: Der schwarze Zeus. Gerhart Hauptmanns zweiter Weg. Berlin 1962, S. 170

[35] ebd., S. 174

[36] 27. 11. 1920 – abgedr. Anm. 30

[37] C.F.W. Behl/Felix A. Voigt: Chronik von Gerhart Hauptmanns Leben und Schaffen. Neuausgabe Würzburg 1993, S. 98

[38] In: Wer ist's? IX. Ausgabe, Berlin 1928 – zit. Anm. 30, S. 184

[39] abgedr. Anm 30, S. 183

[40] Festaktus zur Eröffnung des Deutschen Museums in München am 7. Mai 1926

[41] vgl. CA Bd XI (1974), S. 1042-1044 (dort weitere Texte)

[42] Neue Freie Presse, Wien, 21. 11. 1926

[43] Berliner Tageblatt vom 23. 11. 1926

[44] Breslauer Neueste Nachrichten vom 23. 11. 1926

[45] Thomas Mann: Altes und Neues. Kleine Prosa aus fünf Jahrzehnten. Berlin 1956, S. 1927

[46] Der Montag Morgen, Berlin, 24. 10. 1927

[47] Anm. 37, S. 124

[48] abgedr. in Anm. 30, S. 233

[49] Nach Dreifuss ist der Zusammenbruch der DANAT-Banken (Darmstädter und National­bank) gemeint, dem eine neue Notverordnung der Reichsregierung folgte.

[50] Der Siegeszug von Gerhart Hauptmanns „Vor Sonnenuntergang” – In: Die Volksbühne, Berlin, 1961, H. 3

[51] Berliner Börsen-Courier vom 17. 2. 1932

[52] Karl-Martin Friedrich in: Völkischer Beobachter, Berlin, 26. 2. 1932

[53] Detroit Sunday Times vom 20. 3. 1932

[54] Gerhart Hauptmann: Diarium 1917 bis 1933. Herausgegeben von Martin Machatzke. Frankfurt am Main; Berlin; Wien 1980, S. 222-223